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Vor 7 Jahren

Die Eintracht in der Lindenstraße?

24.02.2013

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Seit 1985 verfolgen wir die Lindenstraße mit viel Interesse. Wir haben Klausi Beimers Bayern-Sitztonne akzeptiert , Egon Kling hatte in der Küche eine Bayern-Plakette hängen. Auch das haben wir verschmerzt.  Wir haben mit Hajo gezittert, als Oli Klatt die Tickets für die EM 1996 auf dem Schwarzmarkt verramscht hat und immer wieder haben wir gedacht: Und die Eintracht? Der Faustschlag 88 wäre ein Thema gewesen, Rostock 1992 (was passiert in der Lindenstraße am 17. Mai 1992: Erich Schiller küsst Helga, obwohl man längst hätte auf den verweigerten Elfmeter hätte eingehen können), der Abstieg 1996, unser Sieg in München 2000 ? alles deutschlandbewegende Ereignisse, die einfach ignoriert wurden. Und was haben wir uns für unsere  Lindenstraße ins Zeug gelegt: 1998 haben wir im K-Block am Wahlsonntag ein Riesenplakat mit dem Aufdruck ?Wir haben Gung gewählt? entrollt, später hat sich Gerre von Tankard als Komparse sogar bei Vasily  Sarikakis ins  Akropolis geschmuggelt. Aber Eintracht - dieses wunderschöne Wort hat bis heute unseres Wissens nach noch kein Lindenstraßen-Bewohner über die Lippen gebracht.

Längst desillusioniert und hoffnungslos sind wir dann am vergangenen Sonntag gegen 19 Uhr 01 aus unserer jahrzehntelangen Lethargie gerissen worden. Während Dr. Dressler auf der Straße mit Gung (den wir einst gewählt haben) noch diskutierte, stand plötzlich im Hintergrund eine Dame ? mit schwarz-weißem Schal! Relativ umständlich zog diese Frau am Parkscheinautomat einen Parkschein ? und dann wurde nach ca. zwei Sekunden ausgeblendet. Sollte dieser schwarz-weiße Schal der erste Eintracht-Hinweis in der Lindenstraße sein? Wir vom Museum haben uns natürlich sofort an die Redaktion der Lindenstraße gewandt und nachgehakt. Anbei präsentieren wir nun stolz wie Bolle ein Standbild aus der Lindenstraßenfolge 1.419 ?Goldene Zeiten?!

Auch wenn die freundlichen Mitarbeiter der Lindenstraßen-Redaktion sich auf einen tieferen Sinn des Schals nicht festlegen möchten, gehen wir davon aus, dass die Eintracht mit dieser kurzen Sequenz nun endlich Einzug in die Serie gehalten hat. Schließlich war Andi Zenker beim letzten Spiel gegen Nürnberg im Stadion und hat gesagt, dass er die Eintracht gut findet. Das kann doch kein Zufall sein, oder?  Vielleicht ziehen ja Mitglieder der Adler München demnächst in Alex`s freigewordenes WG-Zimmer? Plant die Bembelbar die nächste Party im Akropolis? Spielt ?dieser Rechtsanwalt? (vgl. Sport-Bild) demnächst den Verteidiger für einen straffällig gewordenen Mitbewohner? Nervös macht uns nur, dass die freundliche Dame am Parkscheinautomaten, wie man unschwer erkennen kann, fast vermummt ist. Hoffentlich will man uns da nicht wieder mit alten Stereotypen darstellen? Wir bleiben aber optimistisch und vermuten, dass ob der großartigen Saison der Eintracht jetzt langsam der Einstieg unseres Vereins in die Sonntagabendunterhaltung diskret vorbereitet wird. Und  freuen uns auf weitere Folgen?



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